Da ich ja vorhabe Kanada sobald als möglich wieder zu verlassen, denke ich so ab und zu an Sachen und Geschichten die hier passiert sind.
Eine Sache die mich sehr beeindruckt hat war die Tierwelt. Sogar mitten in einer Stadt wie z.B. Vancouver ist es absolut nichts außergewöhnliches über sich einen Seeadler kreisen, oder im Straßengraben Bisamratten ihr Nest bauen zu sehen.
Waschbären sind in vielen kanadischen Städten ein großes Ärgernis, durchwühlen sie doch auf der Suche nach Eßbarem unter großem Getöse mitten in der Nacht Abfalltonnen. Manchmal dringen sie bei ihrer Suche sogar in Wohnhäuser ein, und manchmal erbeuten Sie dabei auch Haustiere wie Katzen, Hunde, Meerschweinchen, Kaninchen u.ä.
Dabei entwickeln diese so possierlich aussehenden Tiere mitunter ein relativ großes Aggressionspotential, dh. Bisse von Waschbären sind nichts außergewöhnliches.
Als wir noch in Vancouver wohnten, wurden wir eines nachts durch lautes Fauchen unseres Katers geweckt. Wir schliefen eigentlich immer bei offenem Fenster, trotz der Einbrüche und der ganzen Drogensüchtigen. Ich dachte mir, daß mein tierisches Schnarchen wohl ausreichend sei potentielle Eindringlinge zu verschrecken… Denkste!
Ein Waschbär ließ sich nicht davon abhalten und versuchte durch das offene Fenster einzudringen. Daran gehindert wurde er nur durch unsere Katze, einem kampferprobterm Straßenkater, der sich uns als neues Zuhause auserkoren hatte.
Und was soll ich sagen? Obwohl ich schnell wie der Blitz draußen war um das Untier zu verscheuchen und unseren Kater zu retten – hatte dieser die Geschichte schon alleine geregelt.
Vom Waschbären sah ich nur noch den dicken Hintern durch die Stäbe des Gartenzaunes verschwinden.
Leider konnten wir unseren Helden-Kater nicht mit nach Moncton nehmen, da er sich vehement weigerte in eine Transportbox gesperrt zu werden. Wir haben aber über die SPCA ein schönes neues Zuhause für ihn gefunden, vermissen diesen einmaligen Kater aber nach wie vor sehr.
Da fällt mir noch eine kleine Anekdote ein:
eines Sommernachts kam er wieder mal mit Beute im Maul, unter großem Gemaunze (wie es sich natürlich für so einen erfolgreichen Jäger gehört!), zurück nach Hause. Die Beute, irgendwas großes, undefinierbares, deponierte er in einer Gartenecke.
Ich ging raus um zu gucken ob bei dem armen Tier noch etwas zu retten war… Also Taschenlampe an, Garten abgesucht – und in schallendes Gelächter ausgebrochen!
Seine “Beute” bestand diesmal aus einem gebratenen Hühnerbein! Wahrscheinlich hat er es sich von einem der umliegenden Restaurants stiebitzt!
Ach Katze, ich vermisse dich!
Aber ich schweife ab…
Neben Waschbären, Bisamratten und Seeadlern in Vancouver zähle ich hier in Moncton auch einen Kolibri, verschiedene Eichhörnchen, zwei Streifenhörnchen, Fasane, ein Stinktier (süß!), Spechte und diverse andere Vögel zu den regelmäßigen Besuchern.
Bisheriger “monctonischer” Höhepunkt: ein Falke schlägt einen Star – direkt vor dem Fenster. Ich war so aufgeregt, daß ich ALLE Bilder vermasselt habe! Falsches Objektiv, falsche Fokussierung, falsche Belichtung und, als ob das noch nicht genug wäre, habe ich den Polarisationsfilter vergessen. Ganz großes Kino…
So beeindruckend die Tierwelt auch sein mag, manchmal geht sie einem tierisch auf den Geist! Es gibt hier Tiere, die werden im Vergleich zu Europa riesengroß. Ja, ich möchte fast den Vergleich mit Pterodactylen heranziehen, so gewaltig werden diese Monster!
Es handelt sich um… Mosquitos!

Kanadisches Mosquito
Diese Viecher werden so groß, daß man, hat man das Pech von einem gestochen zu werden, am besten gleich für eine Bluttransfusion zum nächstgelegenen Krankenhaus fährt.
Dort kann das Tier bei dieser Gelegenheit auch gleich chirurgisch vom Körper entfernt werden…