Scheiß Canada Post!

Tatort: Moncton, Poststelle im “Home Hardware”

Tatzeit: 05. Februar 2009

Tathergang:
Ich hatte Schwesterherz etwas versprochen, und zwar ein Paket mit echtem kanadischen Bier, aus der Brauerei in der ich arbeite. Ich dachte dabei an das Blueberry Ale, ein typisches 08/15-Bier, das recht wenig mit Blaubeeren (für Preußen: Heidelbeeren) zu tun hat… es handelt sich einfach nur um ein normales Bier, dem Blaubeeraroma zugesetzt wurde.
Dieses Blaubeeraroma besteht verwunderlicherweise zum größten Teil aus Pflaumensaft, dazu kommt noch viel Zucker, etwas Gefrierschutzmittel und noch andere leckere Zutaten. Aber das ist eine andere Geschichte…

Liebevoll packte ich jede einzelne der sechs Flaschen in eine dicke Lage Luftpolsterfolie. Alles noch in einen stabilen Karton, Brief dazu, Adresse drauf und fertig… zuerst auf die Waage: 4040 Gramm, aha.
Im Internet geguckt… Paket nach Deutschland… hmm… ah ja: 116 kanadische Dollar für Porto – Schluck! Aber versprochen ist versprochen!

Also ab aufs Fahrrad und zur Post. Seltsamerweise stehen keine 3 Millionen Leute Schlange. Komisch.

Die nette Dame am Schalter hilft mir sogar beim Ausfüllen des Papierkrams. “Inhalt?” fragt sie. “Bier” sage ich. “Für meine Schwester in Deutschland, die kennen da drüben nämlich kein Blaubeerbier, wissen Sie…”.
“Was? Na, das gibt’s ja nicht….! *paket vermess* “Das macht dann 116 Dollar.”

06. Februar.
“Ihr Paket wurde an der Poststelle angenommen.” Aha – das wußte ich ja schon. Diese Trackingnummern sind schon eine feine Sache, man weiß sofort wo das Paket gerade steckt. Praktisch!

07. Februar.
“Ihr Paket wurde an der Poststelle angenommen.” Diese blödelige kanadische Post arbeitet wirklich langsamer als die Polizei erlaubt, unglaublich! Na ja, vielleicht ist auch diese Tracking-Geschichte noch nicht so ganz ausgereift… mal schauen.

09. Februar. An den Wochenenden arbeitet in Kanada niemand. Nur einkaufen kann man immer.
“Ihr Paket wurde an der Poststelle angenommen.” Gottverdammtescheißekreuzkruzifixhimmelherrgottsakrament!
Also wenn sich morgen nix getan hat , dann können die aber was erleben, diese verdammten Arschgeigen!

10. Februar.
“Das Trackingsystem ist für Ihre Paketsendung nicht verfügbar. Bitte rufen Sie folgende Nummer an: 1-800-Arschkrampen.” (Vielen Dank an den Wikingaer für das Wort “Arschkrampe” das ich beinahe vergessen hätte!)

“Ja, Guten tach, mein Name ist Blablub, die Trackingnummer ist 123456789 – ich würde gerne wissen was mit meinem Paket passiert ist?”
“Oh, das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Vielleicht ist es beschädigt worden, hahaha!”
“Ja, hahaha… kann ich mir gut vorstellen… war ja auch Bier drin, vielleicht hat’s jemand ausgesoffen, hahaha!”
“Sagten Sie ‘Bier’? Das ist verboten! Wahrscheinlich wurde ihr Paket vernichtet. Lassen Sie mich das überprüfen…”
“Bier ist verboten in Kanada? Seit wann das denn, wollen Sie mich verarschen…?”
“Nein, Bier an sich ist nicht verboten… nur das Verschicken von Bier mit der Post ist illegal!”
“Na, das hätte die Tante am Schalter ja auch sagen können, oder? Hätt’ ich mir diese ganze Geschichte sparen können, oder? Mannomann…”
“…Äh… öhh, also wissen Sie, dazu kann ich wirklich nichts sagen, wissen Sie, also?”
“Ja und nu? Krieg’ ich jetzt wenigstens mein Geld zurück, oder was? 116 Can$ für nixundwiedernix ist schon ein teurer Spaß!”
“Kann sein daß Sie Ihr Geld zurück bekommen. Rufen Sie doch einfach hier an…”

Das (vorläufige) Ende vom Lied:

  1. Das Paket wurde von der Zollstelle vernichtet.
  2. Ich habe jede Woche mindestens einmal irgendwo angerufen um eine Antwort zu bekommen, ob ich denn nun mein Geld zurück bekäme… ergebnislos.
  3. Sechs Wochen dauert diese Geschichte jetzt schon…

    Wer also über die Deutsche Post (oder wie immer der Verein jetzt auch heißen mag) meckern will, der sollte erstmal hierher kommen und mit Canada Post zu tun bekommen. Ich habe es bis heute noch nicht einmal geschafft jemanden dazu zu bewegen, mir einen Namen, eine E-Mail-Adresse oder eine normale Adresse von einem Verantwortlichen zu nennen.
    Ich probiere es jetzt über einen Ombudsmann… der war allerdings auch schon dreimal telephonisch nicht erreichbar.

    Hilfe!!!

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4 Responses to Scheiß Canada Post!

  1. Gast says:

    Laut kanadischem Gesetz gibs darauf bis zu 5 Jahre haft…
    Also sei lieber glücklich darüber das es nur das Geld war..
    Beim Zoll kannste dich auch nicht beschweren “wusste ich nicht”…
    Gesetze sind Gesetze ;)

    • Andi says:

      Ich hab’ ja auch bloß gemeckert, weil eine Postangestellte das Paket angenommen hat und sogar den Paketzettel selber ausgefüllt hatte. Sie hat ja sogar noch Scherzchen darüber gerissen!

      Sonst ist hier alles normal… :-(

  2. Gast2 says:

    Kanada ist sowieso total beschissen! Ich leb hier schon eine Weile, und habs satt! Die Gesetze machen keinen Sinn, und die Leute sind zum grössten Teil hirnverbrann! Scheiss Kanada!

  3. M. Spieker says:

    Habe in umgekehrter Richtung am 28.4.11 ein Paket nach Victoria BC gesandt. Preis
    Euro 53,oo (kein Bier drin). Geburtstagsgeschenk, sollte am 13.5. da sein. Bis heute
    weiß DHL nicht, wo das Paket abgeblieben ist.
    Sollte mehr Focus auf Servis legen und nicht so viel auf Formel 1

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