Katzen sind ja an sich schon seltsame Wesen, vermögen sie es doch, ungleich Hunden, ihren “Besitzern” (oder “-innen”) quasi ihren Willen zu oktroyieren, was dann im Normalfall auch noch als putzig und herzallerliebst bezeichnet wird.
Eine These die ich entwickelt habe, geht mehr davon aus, daß durch die abgefallenen Katzenhaare die Luftwege der Menschen nach und nach verstopfen, und es so zu einer schleichenden, aber dafür chronischen Sauerstoffknappheit im Gehirn kommt.
Anders kann ich mir die ungebrochene Zuneigung von menschlichen Wesen zu den samtpfötigen Terroristen (*andieeigenenasefass*) absolut nicht erklären…
Spatzl hat sich etwas beruhigt. Anstatt uns um zwei Uhr morgens aufzuwecken, können wir jetzt schon bis vier Uhr, manchmal sogar vier Uhr dreißig, ausschlafen. Spätestens um halb fünf ist die arme, kleine Katze nämlich kurz vor dem Verhungern, und muß umgehend gefüttert werden.
Bei Nichtfütterung droht der Einsatz diverser Wecktechniken, wie z.B. “Rennen über das Bett“, “Rütteln an den Jalousien“, “Spielen im Flur mit allem was Lärm macht” und “In das Ohr maunzen“.
Spatzl ist auch äußerst interessiert daran, was wir immer so essen. Es ist eigentlich ganz egal, was und wann wir etwas essen: sobald Teller mit Eßbarem aufgefahren werden, muß unbedingt daran geschnüffelt werden.
Nur so kann die arme, kleine Katze ja überhaupt feststellen, daß Kartoffelpuree (echtes, nicht aus der Tüte!), genauso wie z.B. Camembert (der echte französische, hergestellt in Toronto…
), Emmentaler, Frankfurter Kranz, Spiegeleier, und noch so diverse andere Sachen viieeeel leckerer sind als Katzenfutter!
Sollte dann 2012, wie von so vielen Trotteln Leuten postuliert, die Welt tatsächlich untergehen, dann kann Spatzl viel besser überleben, weil sie gelernt hat, daß die o.g. Sachen in weitestem Sinne als Lebensmittel eingestuft werden können.
Mit ihren Daumen wäre sie auch in der Lage Dosen selbständig zu öffnen, so daß sie nicht von der Güte eines menschlichen Wesens abhängig wäre…
Hatte ich eigentlich schon einmal erwähnt, daß Spatzl uns zum Dank für Kost und Logis sowie tierärztlicher Betreuung mit sebstgejagten Blättern versorgt?
Wir lassen das Fenster (soweit es das Monctoner Klima, das ja nicht unbedingt als mediterran oder auch nur als feucht-gemäßigt bezeichnet werden kann [in der Tat haben wir hier ein feucht-kontinentales Klima]) immer einen Spalt offen, damit Spatzl ihre Umwelt erkunden kann. Zumindest tagsüber, wenn jemand zu Hause ist; nachts muß sie drinbleiben, da hab’ ich zu viel Schiß, daß sie an Waschbären gerät…
Auf jeden Fall kann sie so nach Herzenslust draußen herumstromern, und anstatt mit Mäusen, Vögeln oder anderen halbtoten bzw. ganz toten Trophäen nach Hause zu kommen, bringt Spatzl uns halt immer Laub mit.

