Neurotisch? Ich? Pffff…

Vor einigen Monaten hatte ich mir das Buch “Der umgeschulte Linkshänder” von J.B. Sattler geholt. Aus persönlichem Interesse. Weil ich so einer bin. Umgeschulter Linkshänder, meine ich.

Obwohl ich mich an die Umschulung gar nicht erinnern kann. Ich weiß es eigentlich bloß aus Erzählungen meiner Eltern.
Zuerst ging ich auf eine private Schule, das Collège Jean Mermoz. Aus irgendeinem Grund haben mich meine Eltern dann auf eine öffentliche Schule geschickt – woran ich aber keinerlei Erinnerungen habe.

Von meinen Eltern weiß ich, daß sie relativ schnell merkten, daß etwas an dieser Schule nicht in Ordnung war. Ich wurde wohl immer verschlossener, die Leistungen in der Schule wurden immer schlechter, und ich mutierte zum Rechtshänder.

Nach einigen Recherchen und Befragungen kam man dann endlich dahinter, daß man auf dieser öffentlichen Schule Linkshänder zu Rechtshändern machte – mit Schlägen, Tritten, “falsche” Hand auf den Rücken schnüren, Anbrüllen und ähnlichen Foltermethoden.
Waterboarding
gab es damals, glaube ich, noch nicht…

Wie gesagt, ich habe keinerlei Erinnerungen an diese Zeit. Nur mit den Folgen muß ich bis heute leben.

Und heute stoße ich auf folgenden Artikel bei der Süddeutschen online:

Eine US-Studie zeigt: Ortswechsel mindern die Lebensfreude. Menschen, die im Kindesalter oft umziehen mussten, leiden als Erwachsene besonders häufig unter Neurosen.

Häufig den Wohnort zu wechseln, schränkt die Lebensqualität ein – und zwar noch Jahrzehnte, nachdem der unmittelbare Stress eines Umzugs überstanden ist.

Laut einer Studie des Psychologen Shigehiro Oishi von der Universität Virginia leiden Menschen, die im Kindesalter oft umziehen mussten, als Erwachsene besonders häufig unter Neurosen (Journal of Personality and Social Psychology, Bd. 98, S. 980, 2010).

Der Wissenschaftler wertete Daten von mehr als 7000 Amerikanern im Alter zwischen 20 und 75 Jahren aus. Wer als Kind viele Umzüge mitmachen musste, war als Erwachsener mit seinem Leben weniger zufrieden, zeigte sich introvertierter und hatte weniger enge Freundschaften als jene Testpersonen, die lange Zeit an einem Wohnort verbracht hatten.

Dieser Zusammenhang zeigte sich unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialem Hintergrund der befragten Personen.
Original


Umgezogen sind wir alle paar Jahre. Ich glaube, die längste Zeit, die ich mal an einem Ort verbracht habe, beträgt fünf Jahre. Gottseidank bin ich kein Ami, sonst hätte ich auch Neurosen…

:-(

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