Ha! Mit dieser Überschrift sollte ich schon mal alle Lacher auf meiner Seite haben… Oh, halt – nur auf Englisch…
Heute möchte ich wieder einmal über eine Kleinigkeit aus meiner kanadischen kulinarischen Diaspora berichten, die mich immer wieder aufs Neue den Kopf schütteln läßt.
Ich möchte das Phänomen “Bologna” ein kleines bißchen eingehender beleuchten.
“Bologna“, auf dem nordamerikanischen Kontinent eher baloney (bəˈloʊni, also etwa belounih auf deutsch) ausgesprochen, hat, außer dem Namen, nichts mit der gleichnamigen Stadt in Italien gemeinsam.
Um genauer zu sein hat Bologna (Baloney), also das nordamerikanische Äquivalent zu einer akuten Gastritis, mit Nichts etwas gemeinsam, am allerwenigsten mit Lebensmitteln.
Es handelt sich bei Baloney um etwas, das von unwissenden Menschen oft als Pendant zur deutschen Fleischwurst, bzw. zur Lyoner, gesehen wird – was natürlich absoluter Blödsinn ist, da Baloney geschmacklich eher an eine Mischung aus Sägemehl und Hundetrockenfutter erinnert.
Nicht, daß ich jemals Hundetrockenfutter gegessen hätte, Gott bewahre!, aber der Geruch ist doch schon sehr Baloney-artig (also der vom Hundetrockenfutter). Ich hatte jedoch, in sehr jungen Jahren, schon einmal das, in Retrospektive gesehen, zweifelhafte Vergnügen gehabt, Hundefutter aus der Dose gegessen zu haben. Meiner Erinnerung nach war es gar nicht mal so schlecht, der Geschmack erinnerte explizit an Gulasch… aber ich schweife schon wieder ab!
Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Baloney… Wie gesagt, der Geschmack ist sehr eigen, vom Aussehen her könnte man dieses Verbrechen an den Geschmackspapillen der Menschheit jedoch wohl durchaus mit “fleischwurstähnlich” bezeichnen.

Bologna, Baloney, Jumbo - wie auch immer man es nennen möchte.
Bologna ist eine Art Grundnahrungsmittel in Nordamerika, und, zusammen mit der unglaublichen Vielfalt an geschmackvollen Broten, eine Quelle täglichen kulinarischen Hochgenusses für einen großen Teil der Bevölkerung.
Es kommt allerdings noch schlimmer, denn viele Menschen grillen diese Bologna auch noch! In dicken Scheiben geschnitten (nennt sich dann z.B. “Kentucky Round Steak”) auf den Grill geworfen, von beiden Seiten scharf angebraten… und dann wegschmeißen.
Vor gar nicht allzu langer Zeit hat mir ein Arbeitskollege von dieser Art der Zubereitung vorgeschwärmt, und heute dachte ich so bei mir, ich sollte vielleicht etwas offener für andere Sachen sein, und vielleicht auch dieses Rezept erst einmal ausprobieren, bevor ich darüber lästere.
Gesagt, getan. Ab in den Supermarkt, Bologna eingekauft. Zu Hause angekommen gleich den Herd angeschaltet (es gießt gerade in Strömen, da habe ich keine große Lust zum Grillen – schon gar nicht alleine), Pfanne drauf, etwas Öl rein, Bologna angebraten, probiert – und weggeschmissen. Selten so etwas WÜRG! gegessen…
Nicht Fisch, nicht Fleisch, eine Textur wie eingeschlafene Füße, einfach unglaublich.
Falls ihr es nicht glaubt, könnte ich euch gerne eine Packung Bologna in einem CARE-Paket (weiß eigentlich noch jemand, was das ist?) zukommen lassen…
Hier noch einige weitere, leckere Rezepte für euch: Kochen, Backen und Braten mit Bologna.
In den US of A gibt es übrigens sogar einen National Bologna Day, das wäre in Deutschland dann so etwas wie ein Nationaler Leberwursttag oder so…

Also ich kenne Care-Paket aber die hiessen bei uns immer West-Paket. Wäre trotzdem nicht abgeneigt für Fressalien aus den US und Kanada obschon ich glaube das der deutsche Zoll bei Fleischwurst kein Spass versteht!
Hast Recht, so ziemlich alles Eßbare darf nicht eingeführt werden… schon gar nicht, wenn irgendwas rohes dabei ist. Beef Jerky z.B. …
Künstliche Mortadella, war das erste, was mir durch den Kopf ging.
Die schmeckt wahrscheinlich sogar besser als Bologna…
Als ich das Bild beim Überfliegen das erste Mal gesehen habe, dachte ich erst, es ginge um Käse…..
…naja, wär wahrscheinlich besser gewesen, als “eine Mischung aus Sägemehl und Hundetrockenfutter”
- oder ist der Käse bei dir auch so schlimm?