Es war einmal, in Mexico… ein Tauchlehrer, kulinarisch und küchentechnisch nicht ganz unbedarft, wie ich mit ein wenig Stolz behaupten darf, der an seinem freien Tag, den einen, den man in diesem Gewerbe, wenn überhaupt, hat, eines der klassischsten deutschen Gerichte für sich und seine damalige Favoritin zuzubereiten gedachte, nämlich Pasta Asciutta (eigentlich Spaghetti Bolognese, was aber auch nicht ganz richtig ist… “Spaghetti al Ragù” trifft’s wohl am besten, gemeint hatte ich natürlich Schbageddi mit Hackfleischsoß’).
Also ab zum Einkaufen. Man benötigt natürlich Hackfleisch, Tomatenmark, etwas Brühe (Leute mit zu viel Geld Feinschmecker benutzen Fonds [Gemüse-, Kalbs- oder Geflügelfond], wahlweise tut es aber auch Maggi oder Knorr gekörnte Brühe), Zwiebel, Knoblauch, diverse Kräuter je nach Geschmack (Oregano, Basilikum, Lorbeer und, für mich beinahe unabdingbar, Petersilie) und Anchovis.
Und Salz und Pfeffer natürlich…
Ich spare mir jetzt hier die Mühe die Zubereitung genauestens wiederzugeben; zum einen, weil es dazu Hunderte anderer Webseiten gibt, zum zweiten, weil ich an und für sich gesehen sowieso schreibfaul bin, und zum dritten, weil wahrscheinlich jede Sau sowieso schon weiß, wie man “Pasta Schuta” zubereitet.
Wer’s nicht weiß und es wissen will, der möge bitte hier klicken. Oder hier.
Auf jeden Fall unterlief mir bei der Zubereitung, bzw. schon beim Einkauf der Zutaten im Eifer des Gefechtes ein folgenschwerer Fehler.
Anstatt frischer Petersilie erwarb ich aus Versehen ein Sträußchen Cilantro. Verheerend!
Warum ich damals beim Hacken der vermeintlichen Petersilieblätter noch nichts gemerkt habe, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis.
Sobald ich jedoch die gehackten Cilantro-Blätter in den Topf geworfen hatte, machte sich ein übler Gestank bemerkbar: beinahe wie ein gammeliges Stück Fleisch, süßlich-intensiv, fast an Erbrochenes erinnernd.
Ich muß wohl nicht weiter ausführen, daß diese Sauce umgehendst ihren Weg in den Müll fand – obwohl die damalige Gespielin die Soße “richtig toll” fand, und es gar nicht verstehn konnte, daß ich diese Köstlichkeit nicht essen wollte.
Na ja, die damalige Gespielin war ja auch sonst nicht die hellste Glühbirne bei Osram (wenn ich nur dran denke, wie ich versucht hatte ihr Prozentrechnen beizubringen… brrrr!).
Aus der Wikipedia:
Der Geruch von Korianderblättern wurde im Mittelalter häufig mit dem Geruch von Bettwanzen verglichen. Chemische Analysen zeigen, dass das Korianderaroma durch verschiedene Aldehyde bestimmt wird, die so oder ähnlich auch in Seifen vorkommen. Auch verschiedene Insekten erzeugen durch Zersetzung von Fettmolekülen ähnliche Gerüche, um andere Tiere anzulocken oder abzuschrecken. Man kann die Abneigung gegen Korianderblätter deshalb mit einem Schutzmechanismus erklären.
Bei Menschen, die nicht mit diesem Aroma vertraut sind, erkennt das Gehirn unter Umständen die Ähnlichkeit mit Seife und der Körper reagiert mit starken instinkhaften Abwehrreaktionen, die bis zum Erbrechen reichen können. Darüber hinaus hat die Abneigung gegen Korianderblätter möglicherweise auch eine genetische Komponente, zumindest bei einigen Menschen. Dies wurde von Charles J. Wysocki vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia in mehreren Studien untersucht. Tatsache ist aber auch, dass viele Menschen ihre anfängliche Abneigung gegen Korianderblätter nach wiederholtem Genuss überwunden haben.
Für Cilantrohasser wie mich gibt es sogar verschiedene Webseiten, am bekanntesten dürfte wohl diese sein: I hate Cilantro.

Schade, dass ich diese Seiten erst jetzt finde! Trotzdem: ich oute mich ebenfalls als absoluter cilantro-Verweigerin im Lande der cilantro-Manie!
Grüsse aus Puerto Vallarta
Muchas gracias! Jajaja, de veras – Mexico es el pais de cilantro! Was machst du im schönen Mexico? *Neid* Ich würd gern wieder zurück… von allen Ländern die ich bisher bereist und bewohnt habe, hat mir Mexico am besten gefallen!