Morgen geht’s wieder mal zur Grenze. Alle zwei Jahre muß ich diesen Scheiß machen, um meine Arbeitserlaubnis aufzufrischen.
Der Chef muß einen Antrag stellen, daß er einen Ausländer einstellen will. Begründen muß er das natürlich auch, ich könnte ja schließlich einem Kanadier einen Arbeitsplatz wegnehmen.
Wird dieser Antrag bewilligt, bekomme ich einen Bescheid, die sog. “Labor Market Opinion”. Mit diesem Bescheid, einem Arbeitsvertrag und meinem Reisepass muß ich dann über die Grenze in die US of A und wieder einreisen.
In St. Stephen, dem nächsten Kaff mit einer Grenzstation, läuft das so ab, daß ich zu Fuß über die Brücke in die Staaten ausreisen muß. Aber nur bis zur Brückenmitte, also der eigentlichen Grenze, die wohl direkt in Flußmitte verläuft, sonst müßte ich wieder ein amerikanisches Visum bekommen.
Ich dackele also bis zur Brückenmitte, drehe mich um, und gehe gleich wieder zurück ins Grenzbüro.
Der Papierkram dauert dann nochmal 20 Minuten, dann bin ich wieder für zwei Jahre legal in Kanada.
Vielleicht beantrage ich irgendwann mal den “Landed Immigrant”-Status… mal schauen.
“José, can’t you see, by the dawn early light,
What so proudly we hailed at the twilight’s last gleaming?
Whose broad stripes and bright stars….”
Ach Shit – falsche Hymne!

Was? *lol*
Da nehmen es Behörden ja gleich übergenau, hm? *g*
Ich sag’s dir… manchmal schlimmer als in D-land! Wir haben ja z.B. einen neuen deutschen Mitarbeiter; jener war neulich abends mal unterwegs, und besaß die Frechheit, in der Öffentlichkeit zu trinken (ein Bier – 341 ml).
Polizei fuhr zufällig vorbei, sah ihn trinken, hielt an, nahm ihm seine Bierflasche weg und schüttete das Bier weg. Strafe mußte er nur nicht bezahlen, weil er gerade erst eingereist war.
Ich hatte ihn gewarnt…