Espresso di Venezia

Noch ein kleiner Nachschlag aus unserem Urlaub…

In Bayern war das Wetter noch wunderschön: herrlichster Sonnenschein, blauer Himmel, Temperaturen oberhalb der 20°C-Grenze, ein wundervoller, ungetrübter  Blick auf das Karwendelgebirge – einfach toll!

Aber die Pension in Südtirol war schon gebucht, also mußten wir uns wohl oder übel von Mittenwald verabschieden.
Nach Meran ging’s dann über den Jaufenpass; eigentlich nur aus einem Grund, nämlich um meiner bessere Hälfte die Spitzkehren (“Tornantes”)auf dieser Strecke zu zeigen (sowas gibt’s ja hier nicht so – guckst du Cobequid Pass (wo da Berge sein sollen, erschließt sich mir auch nach mehrmaligem Befahren nicht).

Kaum oben am Jaufenpass angekommen: dichtester Nebel, Sichtweite nur noch ca. 50m, kalt und ungemütlich. Das mit dem “kalt” ist ja irgendwo logisch, liegt ja auch über 2’000 m hoch, dieser Pass.
Also auf besseres Wetter in Meran gehofft… Meran hat ja mindestens 13 von 12 Monaten im Jahr Sonnenschein, sagt man (oder so).

Aber Pustekuchen! Grau in grau, fast wie ein norddeutscher Sommer. Nach einem Tag Scheißwetter überredete ich meine bessere Hälfte für einen Tag nach Venedig zu fahren, sind ja auch bloß ein paar Hundert Kilometer. Und vielleicht wäre das Wetter da unten, etwas weiter südlich, ja doch ein bißchen besser…

War aber nicht der Fall.

So beeindruckend Venedig auch ist – bei Regen macht es einfach keinen Spaß diese sehr sehenswerte Stadt zu erkunden. Aber wir aus Kanada sind schließlich andere Sachen gewöhnt, also haben wir das Beste aus diesem Tag gemacht.

Wir haben sogar, man höre und staune, einen PARKPLATZ in einer Tiefgarage ergattern können! Insgeheim rechnete ich mit horrenden Parkgebühren, aber ich wollte meine bessere Hälfte dann doch nicht bei (fast) strömendem Regen kilometerweit durch Italien treiben, nur um eine Stadt mit Dreckwasserkanälen anzugucken…

Aber der Wettergott meinte es gut mit uns, und der Regen ließ nach, hörte dann sogar ganz auf. Sogar etwas blauen Himmel konnte man zwischen den Wolken ab und zu mehr erahnen denn tatsächlich sehen – aber Hauptsache kein Regen mehr!

Venedigs Straßen, Plätze und Kanäle fand ich außerordentlich beeindruckend, die Häuser mit ihren unglaublich satten Erdfarben ebenso.
Weniger erbaut war ich vom Markusplatz. Wahrscheinlich, weil vor lauter Touristen kaum etwas vom Platz zu erkennen war. Die Menschenmassen erinnerten mich ein bißchen an Heringe in der Dose.
Nichts gegen Heringe in der Dose per se, aber die Unmöglichkeit einer freien Richtungsänderung beim Spazierengehen ist mir außerordentlich zuwider.

Eigentlich sind mir Menschenmassen generell zuwider. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Aber was ich auf einmal entdeckte, ließ mich doch an meinen Augen zweifeln: ein Straßencafé, am Markusplatz, mit vielen freien Tischen!
Ich weiß, es klingt wie ein Märchen, ist aber wahr!
Hier das Beweisphoto:Klicken macht groß...

Der Schock ließ allerdings nicht lange auf sich warten… Ich saß noch gar nicht richtig, da befand meine bessere Hälte, wir sollten uns doch eventuell eine andere Lokalität zum Genuß des geplanten Espresso suchen.

Der Grund war ziemlich einleuchtend, selbst für mich, der ja ab und zu mit seinem schwererworbenen, und eigentlich nicht zu reichlich vorhandenem, Geld nicht knausert – zumindest nicht im Urlaub, der ja nur alle zwei bis drei Jahre stattfindet.

Ein Espresso, oder un espresso, wie die Italiener sagen, kostet dort satte 8,20 €. Einer. ACHTEUROZWANZIG!
Trinkgelder nicht eingeschlossen.

Sehr positiv überrascht war ich vom Parkhaus: dort wollte man uns für sechs Stunden Parken (glaube ich mich erinnern zu können – es können aber auch bloß fünf gewesen sein) nur 13,50 € abknöpfen.
Ungefähr soviel wie ein Espresso mit Tringeld…

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