Nordamerikanische Köstlichkeiten

Lucullus würde sich im Grabe umdrehen. Vielleicht. Viel wahrscheinlicher würden seine Gebeine vor lauter Umdrehungen zu Staub zerfallen, falls sie es nicht schon lange wären.

Gestern Abend, beim abendlichen Surfen durch die Weiten des Interwebses (hatte ich schon erwähnt, daß wir seit einigen Jahren keinen Fernseher mehr haben?), wurde ich von der besten aller besseren Hälften auf das folgende Angebot aufmerksam gemacht:

Ich muß zugeben, ich war zuerst etwas verwundert ob des Preises – bis sich langsam ein Gedanke aus den Tiefen meines Gedächtnisses empor arbeitete und sich Beachtung verschaffte: Kobe. Japan. Rindfleisch. Burger. BURGER? Burger!

Es gibt tatsächlich Leute, die aus Kobe-Rindfleisch Hackfleisch machen! Das wäre in etwa das Gleiche, als ob man Michelangelo zum Tapezieren des Wohnzimmers auffordern würde, oder mit einem Bugatti Veyron den Kartoffelacker umpflügen würde, oder einen Schlafite zur Glühweinherstellung verhunzen würde.

Doch dann dämmerte es mir … eine kurze Internetzrecherche bestätigte meine Vermutung: natürlich handelt es sich dabei nicht um echtes Kobe-Rindfleisch, sondern um Fleisch von Rindern aus den USA, Australien oder aus Kanada, einer Kreuzung aus Wagyu- und Angus-Rindern, den sog, Wangus-Rindern.

Echtes Kobe-Rindfleisch wird nämlich überhaupt gar nicht aus japan exportiert; es darf auch nicht in die EU eingeführt werden, da in Japan kein Schlachthaus nach EU-Richtlinien arbeitet.
Einen interessanten Artikel dazu über Kobe-Rindfleisch habe ich bei der FAZ gefunden.

Also wieder einmal Beschiss an Verbrauchern. Das regt mich hier genauso auf wie französischer Camembert und Champagner aus Canada und Parmaschinken aus den Vereinigten Staaten (Quelle).
Fast so schlimm wie “Oktoberfest”-Bier auf diversen beerfests

Arme Welt. Aber zumindest die Burger haben ihren Schrecken verloren…

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