Das fängt ja gut an

Er trug ein grob gewirktes Gewand, das schon bessere Zeiten gesehen hatte, soviel konnte ich aus der Ferne erkennen. Aus irgendeinem Grunde aber mußte ich näher ran, mußte wissen, wer dieser Mann in dem dunkelgrünen, zerschlissenen und mittelalterlich anmutenden Umhang ist.
Als ich näher kam begann er sich umzudrehen. Ein sehr helles Licht ging von der Gestalt aus, die von dem Mann vorher noch verdeckt gewesen war. Sie war es! Ich wußte es einfach, sie mußte es sein: Die Mutter Gottes! Auf ihren Armen ein etwa fünfjähriges Kind…

Demütig warf ich mich in den Staub und hoffte inständig, man hätte mich nicht entdeckt, oder mich zumindest für als `nicht beachtenswert´ eingestuft.
Dem war aber nicht so, wie ich dem Geräusch näher kommender Schritte entnehmen konnte. Die Schritte blieben vor mir stehen, doch ich war zu feige, um auch nur einen kleinen Finger zu bewegen.

Etwas zwang mich, den Kopf zu heben. “Zwang” ist vielleicht das falsche Wort; es war mehr so ein Gefühl, das mich den Blick heben ließ. Etwa so, als ob ein guter Onkel einem traurigen Kind die Hand unter das Kinn legt, damit es dem guten Onkel in die gütigen Augen blicken kann.
Das Gesicht, welches mich anblickte, strahlte vor allem eines aus: Liebe. Es war der Mann mit dem schäbigen dunklen Umhang. Ein verschmitztes Lächeln umspielte seine Lippen.

Er begann zu sprechen, aber ich konnte nichts verstehen. Er sprach sehr leise, mit einer sehr heiseren Stimme – fast lautlos. Ich konnte sehen, daß seine Zähne im Unterkiefer stark abgenutzt waren. Er war unrasiert. Mit einem Handzeichen gebiet er mir, mich hinzuknien.

Die Mutter Gottes hatte das Kind abgesetzt, es stand vor dem Podest aus Marmor, auf welchem sie jetzt stand. Beide waren von diesem hellen, warmen Licht umhüllt, durchdrungen. Fast schien es, sie würden wirklich aus diesem ätherischen Licht bestehen.

Der Mann ging zwischen dem Kind und mir einige Male hin und her. Auf einmal strich er mit einer Geste über mein linkes Bein, und eine wundervolle Wärme, ein noch nie gekanntes Gefühl von Gesundheit, machte sich breit.
Jeder Schmerz, jedes Unwohlsein, war mit dieser einen Geste von diesem Bein genommen worden.

“Wir können dein Bein retten, aber deinen linken Arm nicht” sagte die grüngewandetete Gestalt.
“Was ist los?”

…wollte ich gerade fragen, als ich schweißgebadet, mit einem Puls von ca. 180, aufwachte.

So sah also meine erste Nacht im neuen Jahr aus… Und dabei hatte ich es diesmal sogar bis 23:30 Uhr ausgehalten, mir ganz fest vorgenommen, das neue Jahr mal nicht zu verschlafen, wie es bei mir seit einigen Jahren Tradition geworden zu sein scheint.

Was dieser Traum zu bedeuten hat? Ich habe keine Ahnung. Falls mir in diesem Jahr der linke Arm amputiert werden sollte, dann kann ich voller Stolz sagen: “Ich hab’s gewußt!” ;-)

Die Moral von der Geschicht’: schlag’ dir nicht den Ranzen mit leckerer selbstgemachter Pizza voll, das gibt komische Träume… :-D

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3 Responses to Das fängt ja gut an

  1. 63mg says:

    Die Welt liest dich (jetzt) ;D

    • Andi says:

      Hallo! Ein wunderschönes und vor allem gesundes neues Jahr wünsche ich dir!
      Der erste Kommentar 2011… :-D Jippiee!!!

      Na ja, die Welt… weiß ich nicht. Aber meine fünf bis drei Leser und -Innen finde ich schon eine ganze Menge! ;-)

      • 63mg says:

        Hab ich schon ein gutes neues Jahr für dich und deine Lieben gewünscht? Weiss ich gar nicht, aber doppelt hält besser ;D (wie geht´s Spatzl?)

        Ich hab den Artikel hier gestern btw noch nach Twitter verlinkt, es werden dann wohl ein paar mehr gelesen haben … :)

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