Sklaventreiber

Je länger ich hier in dieser “Brauerei” arbeite, desto mehr keimt in mir das Gefühl auf, daß ich für irgend etwas büße, das ich, wahrscheinlich in einem meiner früheren Leben, angestellt haben muß.

Der Schwere meiner Bußübungen nach zu urteilen, muß ich zumindest in einem meiner Leben Sklaventreiber gewesen sein. Oder Massenmörder. Oder Pirat.
Smilie by GreenSmilies.com

Mein werter Arbeitskollege hat nämlich offenbar spontan entschieden das Weite zu suchen. Was ja eigentlich auch verständlich ist.

Er ist aber heimlich, still und leise abgehauen, von einem Tag auf den anderen – ohne etwas zu sagen. Keine Kündigungsfrist eingehalten, kein “Leck mich am Arsch”, kein gar nichts…

Für mich heißt das seit einer Woche wieder mal: 3:00 Uhr morgens aufstehen für einen 12 Stunden Arbeitstag. Ohne Pausen.

Ich will nach Hause…

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4 Responses to Sklaventreiber

  1. miezmiez says:

    Kannste Deinen sklaventreibenden Hefepilzen nichtmal ordentliche Arbeitszeiten angewöhnen? – Du gründest also jetzt einen Betriebsrat, kündigst einen Warnstreik an und drohst mit Zuckerentzug… ;)

    • Andi says:

      Wir sind hier schon viel weiter… Wir warten noch bis der nächste Oktober kommt, und dann zetteln wir eine neue Revolution an, jawoll! ;-)

      • miezmiez says:

        klarklar :)

        Irgendwie seltsam, dass Revolutionen oder Streiks nie in Brauereien oder Distillerien ausbrachen, sondern immer nur auf Werften, in Stahlwerken, Bergwerken und Webereien… ;)

        • Andi says:

          Jupp! Ich durfte aber mal einen einstündigen Warnstreik mitmachen; das war so um die Zeit rum, als die Gewerkschaften noch Mitglieder hatten, muß wohl so um 1986 gewesen sein.

          Brauer und Destillateure (Destillierer? Schnapsbrenner?) leiden wohl manchmal unter den Folgen einer sorgfältigen Qualitätskontrolle…

          Fällt mir gerade ein: bei Augustiner Bräu hatten wir einen Mitarbeiter, der so gegen Mitte des Monats sein Deputat aufgebraucht hatte, und immer zum Schnorren kam.

          Deputat waren damals 78 l Freibier, und 78 l extra, wo man nur die Steuern bezahlen mußte!

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