Nacktarschkatzen

Dienstag Morgens war es soweit: D’Artagnan kam nicht heim. Das Rumstrawanzen ist ja an und für sich für einen Kater normal, aber D’artagnan kommt immer pünktlich irgendwann nach Hause – spätestens wenn er hört wie eine Dose aufgemacht wird!
Diesen Morgen eben nicht.

Man macht sich aber keine großen Gedanken, schließlich kann der liebe Kater ja etwas wahnsinnig interessantes gefunden haben, oder so. Oder er hat andere Leute becirct ihn zu füttern, passiert ja alle Nase lang mit Katzen. Wir haben z.B. mindestens einige Dutzend Male Katzen gefüttert, die im Sommer einfach durch die offene Tür ins Haus reinspaziert waren, und von denen wir keine Ahnung hatten, wem sie denn nun eigentlich gehörten.

Dienstag Abend war er immer noch nicht da, und das war der Zeitpunkt sich Sorgen zu machen.
Wir haben die gesamte Nachbarschaft abgeklappert, sämtliche Nachbarn gebeten, doch bitte einmal in ihren Garagen nachzugucken ob er vielleicht aus Versehen eingeschlossen worden war – ohne Ergebnis.

Symbolbild: der Nachbar von gegenüber. Steht auf Motown und 70er Jahre Disco-Musik. Und hat ebendiese Frisur!

Der Nachbar von gegenüber, der von meiner Kollegin, die gleichzeitig meine Nachbarin ist, “Disco-Stu” genannt wird, wurde allerdings blass um die Nase als wir ihm erzählten, daß wir eine schwarz/weiße Katze suchten.
Er erzählte wie er Montag Morgen, so gegen 9:00 Uhr, Reifenquietschen und einen heftigen Aufprall hörte, sich umdrehte, und eine Katze auf drei Beinen davonhumpeln sah…

Da hatten wir schon mit dem Schlimmsten gerechnet, nämlich irgendwann einen toten D’Artagnan irgendwo im Gebüsch zu finden.
Schlimm, wenn die Phantasie mit einem durchgeht und man ihr nicht Einhalt gebieten kann!

Gegen 19:30 wurde die Suche erfolglos abgebrochen. Meine bessere Hälfte, die Güte in Person, hatte schon Tränen in den Augen wegen des Verlustes D’Artagnans.
Bis sie meinte, sie suche nochmal eben schnell im gesamten Haus, man wisse ja nie. Nicht, daß wir das Haus noch nicht durchsucht hätten, ganz im Gegenteil. Kein Stein blieb auf dem anderen, kein Fussel unter dem Sofa liegen – D’artagnan könnte sich ja davor/dahinter/daneben/auf/unter eben diesem Fussel versteckt haben…

Und dann, auf einmal, das erlösende “I found him!”.

Unter dem Bett. Der einzige Platz den wir übersehen hatten! Er war wohl die ganze Zeit da gewesen, seit Montag Morgen – kein Miau, kein Fauchen, kein Schnurren, gar nichts.
Fast 36 Stunden saß der arme D’Artagnan schmerzgepeinigt unter dem Bett. Man konnte sofort sehen, daß etwas nicht stimmte.
Die Augen waren weit aufgerissen, die Pupillen fast ganz offen, so daß seine Augen fast schwarz erschienen.

Also ab zum Tierarzt. Ein Röntgenbild später dann die Nachricht: mehrere kleinere Schürf- und Schnittwunden, die aber nicht so schlimm seien und von selber heilen würden.
So richtig schlimm war aber, daß der Kopf des Oberschenkelknochens abgesplittert worden war, und ohne OP wäre die arme Katze zu schlimmsten Schmerzen verdammt gewesen.

D’Artagnan wurde sediert und gleich am nächsten Morgen operiert. Eine sogenannte Femurkopfresektion wurde durchgeführt, d.h. der komplette Oberschenkelkopf abgeschnitten, die Funktion des Gelenkes würde später von Muskeln, Sehnen und Narbengewebe übernommen werden.

Donnerstag durfte er schon wieder nach Hause, war aber immer noch sehr groggy und schlief fast den ganzen Tag.

Gemeine kanadische Nacktarschkatze.

Es geht ihm aber schon sehr viel besser, wie man auf dem Bild sehen kann. Noch ist er im Wohnzimmer eingesperrt, da er sich einige Tage schonen sollte – also kein Rennen, kein Springen, kein Bäumeklettern.

Raus möchte er aber trotzdem… ;-) Na ja, in einigen Tagen darf er ja wieder. Wir sind schon froh, daß nichts schlimmeres passiert ist.

Ach ja: wir hatten für Spatzl und D’Artagnan nach Spatzl’s Unfall Versicherungen abgeschlossen. 8-) :mrgreen:

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4 Responses to Nacktarschkatzen

  1. Basti says:

    Ich habe jetzt 3 Anläufe gebraucht um den Titel zu verstehen. Aber dann… Arme Kitty

    • Andi says:

      Halb so wild, der ist schon auf dem Weg der Besserung. Pennt zwar noch 96% der Zeit, aber in den 4% läuft er schon ganz gut rum… :-)

  2. raimo says:

    D’Artagnan – Einer für alle und Alle(s) für die Katz / den Kater. Kommt mir bekannt vor, unser Kater hatte sich auch mal mit nem Auto angelegt und sich das Becken mehrfach gebrochen. Aber was tut man nicht alles für den Kleinen, gehört doch zur Familie… Hoffe er hat noch ein paar Katzenleben übrig. Gute Besserung.

  3. Andi says:

    D’Artagnan sagt “Danke”! Nee, im Ernst mal: er fängt schon wieder an die arme Spatzl durch das Haus zu jagen – sooo schlecht kann’s ihm also gar nicht gehen! ;-)
    In ein paar Tagen, spätestens zwei Wochen, sollte er (fast) wieder der alte sein…
    Ich hoffe, das war ihm eine Lehre!

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