Schnapsbrennen

Nachdem ich mich seit einer Weile mit dem Räuchern beschäftige, bin ich seit kurzem mit einem neuen Hobby beschäftigt: Schnapsbrennen.

In den hiesigen “liquor stores” gibt es halt nur Whiskies in verschiedenen Qualitäten aus verschiedenen Provenienzien, einige Brandies, regalmeterweise Wodka und Rum, Jägermeister in allen nur vorstellbaren Gebindegrößen, und nur ganz wenige, eigentlich gar keine, “außergewöhnlichen” Brände, wie z.B. Himbeergeist (mein Favorit), Calvados, Grappa, Zwetschgenwasser und sowas.

Abhilfe konnte nur durch das (illegale) Zuschicken aus Europa geschafft werden – und das ging wegen des Portos ganz schön ins Geld.

Also versuche ich mich seit neuestem am selber brennen. Der erste Versuch, ein Obstler, gärte schon mal gar nicht richtig und wurde kurzerhand entsorgt. Der zweite Versuch, ein Kornbrand, scheiterte an einer Fehlfunktion meiner Destille.

Der dritte Versuch, ein Apfelschnaps, steht in der Küche, schmeckt sehr apfelig, hat noch 55% Vol.-%, und wartet darauf verdünnt zu werden (dazu muß ich erst noch ein paar kleinere Flaschen auftreiben, irgendwas nettes). Ob das mit dem verdünnen noch was wird, ist allerdings fraglich… :mrgreen:  Aber ich dachte so an 375 ml Bügelverschlußflaschen aus Steinzeug (falls jemand Bezugsadressen kennt – immer her damit!).

Als nächstes wollte ich einen Himbeergeist machen. Irgendwas habe ich aber wohl wieder falsch gemacht, denn die Gärung verlief sehr heftig, quasi explosiv…
Ich hab’ das Badezimmer wieder sauber bekommen! Nur zwei Stunden schrubben… :evil: :mrgreen: 8-)

Aber ich  geb’ nicht auf – der nächste Ballon steht schon wieder im Bad und blubbert vor sich hin!

 

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7 Responses to Schnapsbrennen

  1. barney says:

    ….war also eher ein Himbeer-Quälgeist ;)

    Aber auf jeden Fall ein schönes Hobby – an das Blubbern kann ich mich noch gut erinnern, mein Onkel setzte bis vor wenigen Jahren immer 20l-Ballons mit Obstweinen (am besten war immer der Hagebuttenwein) auf. Dadurch, dass hier (rund um Erfurt ist ein großes Obstanbaugebiet) an jeder Ecke kleine Destillen richtig feine Brände abliefern, ist das (in D ziemlich illegale) Brennen auch nicht so verbreitet.
    Jedenfalls, die Verkostung in der Vorweihnachtszeit, begleitet von Unmengen an Eisbein und Sauerkraut, selbstgemachter Wurst usw. lief dann immer bis in die frühen Morgenstunden. Durch das Absingen des Rennsteiglieds in entwaffnender Vierteltonchromatik wurden schließlich auch die entfernteren Nachbarn auf das Großereignis aufmerksam und in die Feier einbezogen ;)

    Wg. der Bügelflaschen: Kannst ja mal bei http://www.mkm-keramik.de anfragen, ob sie Dir eine große Kiste Flaschen nach Übersee schicken.

    • Andi says:

      Das kann ich mir lebhaft vorstellen! War bestimmt sehr schön (bis auf den Kater am nächsten Morgen…) – aber heute machen das wahrscheinlich wesentlich weniger Leute als früher. Wer hat denn schon Lust und Laune in einer 2-Zimmer-Wohnung eine Destille einzurichten?

      Wenn die Ergebnisse zufriedenstellend ausfallen, dann bring’ ich evtl. ein Fläschchen zur Verkostung mit…
      Das Rezept für den Hagebuttenwein hast du nicht zufällig? Weil, der Nachbar mit den Apfelbäumen kümmert sich einen Scheiß um das Grundstück – und zwischen den Apfelbäumen wuchern… Hagebutten! ;-)

      • barney says:

        ich frag ihn mal, er hat sowieso nächste Woche Geburtstag, war aber AFAIR im Prinzip nur aufschneiden, leicht andrücken, in den Ballon werfen, Zucker dazu, Weinhefe & Wasser und warten, bis es nur noch ganz wenig blubbert, dann filtrieren.

        Ergibt so einen gelben Wein, der einer Beerenauslese von der Mosel nicht unnähnlich schmeckt :)

        • Andi says:

          Also falls du da eine Bestätigung bekommst, dann würde ich das doch mal glatt ausprobieren! Beerenauslese hört sich doch schon mal nicht schlecht an… :-D

  2. barney says:

    Ok, nach eingehender Inquisition meines Onkels hier ein Rezept, dass die an der Schale haftende Wildhefe benutzt. Geht natürlich auch mit Weinhefe, die dann auf den ausgekochten Saft losgelassen wird, aber so hat er es bisher immer erfolgreich hinbekommen:

    für einen 20l-Testballon brauchst Du:
    ° 3-4kg Hagebutten, nach dem ersten Frost geerntet, dann sind die am besten – schön süß – am besten einfach mal eine selbst probieren. Die Blütenreste und Stiele müssen abgeschnitten werden, danach packt man sie auf ein großes Holzbrett und bricht sie mit einem Fleischklopfer oder einem Nudelholz auf. Vorher nicht waschen, sonst geht die Hefe flöten. Die Kerne bleiben drin.
    Dann in einem großen Topf 3-4kg Zucker (je nach Süße der Hagebutten) in etwa 8l Wasser auflösen und kurz aufkochen, abgedeckt auskühlen lassen, bis das Zeug halt hefefreundlich warm ist. Danach die Hagebuttenfragmente ins Zuckerwasser werfen und das Ganze in den peinlich sauberen Ballon füllen, den natürlich zu maximal 60% vollmachen – sonst wird das ähnlich explosiv wie Dein Himbeergeist ;)
    Sauberes Blubberventil drauf, schön warm und dunkel (18-20°C, am besten Heizungskeller) stellen. Nach etwa 2-3 Monaten – hier in Thüringen also kurz vor Weihnachten – sollte das Blubbern aufhören, dann kann man das Zeug abgießen, filtrieren und in Flaschen abfüllen. Wird schön goldgelb – und wenn die Hagebutten (hier mundartlich “Haniefen” genannt) richtig reif waren, ist das Aroma so rund wie bei einem Tokaji aszu oder eben Dessertweinen. 14-15% Alkoholgehalt, kaum Restsäure, ewig haltbar, lecker.
    Ein Brand daraus wäre mal sehr interessant.

    Ah, Verkosten nicht vergessen, Bilder (vorher/nachher) auch nicht ;)

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