Das Weißwurst-Debakel

Das Oktoberfest ist in vollem Gange – zumindest hier in Neu-Braunschweig. Das das Oktoberfest eigentlich ein Septemberfest ist und mithin schon zuende sein sollte, hat sich noch nicht bis hierhin rumgesprochen.
Und das das Oktoberfest auf englisch eigentlich “October Party” heißen müßte interessiert auch niemanden wirklich.

Ist eigentlich auch wurscht, denn das “Oktoberfest” besteht eigentlich nur aus drei oder vier, mehr oder weniger auffallenden (eher weniger, wie ich finde), Dekorationsartikeln (eine bayerische Fahne in Papierform, zwei oder drei Papierfiguren, die wohl einen schuhplattelnden Bayern darstellen sollen, und zwei Aufklebern – einer mit “Freibier morgen” der andere mit “Freibier gestern”. Haha.

Ach ja, und natürlich mit deutscher Cuisine. Zwar von einem schweizer Küchenchef, aber immerhin (es hapert halt an manchen Details , aber im Großen und Ganzen macht er einen guten Job!).

Freitag gab es z.B. Weißwürste. Für Nicht-Bayern: Weißwürste werden ins kalte Wasser eingelegt und langsam aufgeheizt. Nicht kochen lassen! Serviert werden sie typischerweise mit einer frischen Brez’n, süßem Senf und einem frisch eingeschenkten Weißbier.
Und sie dürfen das 12-Uhr-Läuten nicht hören!

Auf jeden Fall kommen wir also ins Restaurant und fragen was es denn so gäbe. Wahrscheinlich um uns zu schocken wurde uns geantwortet: “Weißwurst, aus der Pfanne.”
Bekommen haben wir aber doch die normale Version, und obwohl es kanadische Weißwürste (mit Ahornsirup – igitt!) waren, war es überraschenderweise doch halbwegs genießbar.

Dann heute, im anderen Restaurant: “Was gibt es denn?” Antwort des anderen (kanadischen) Küchenchefs: “Bavarian sausage with German potato salad and sauerkraut”.

OK, dann halt schon wieder Weißwürscht. Aber gut, daß ich nochmal nachgefragt habe wie er denn gedenke die Würste zuzubereiten… “Well, I put them on the grill, of course!”.

Entsetzlich! Das mag zwar in Franken eine Spezialität sein und wunderbar schmecken, aber Franken liegt nördlich des Weißwurscht-Äquators, und somit ist diese dort typische Zubereitungsart eben nicht mehr bairisch, sondern außerbairisch bzw. außer-Oktoberfestlerisch, und damit falsch.

Basta!
;-)

Das nächste Mal erzähle ich euch dann, wie man Weißwürste korrekt im Restaurant ißt, ohne gleich als damischer Saupreiß’ aufzufallen.

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