Briefwahl II

Nachdem die Wahl ja in nicht allzu weiter Ferne darauf wartet von irgendjemandem ernst genommen zu werden, entschloß ich mich, als strammer Atheist und loyaler Demokrat natürlich nicht auf himmlische Mächte vertrauend, sondern der Übergabe irdischer Güter, sprich Geld, gewogen, den Umschlag mit meiner Meinung zur Lage der Republik der kanadischen Post zwecks eiligster Weiterleitung anzuvertrauen.

Sprich: ich dachte mir, daß ich den Umschlag, um sicher zu gehen, vielleicht besser als Expreßbrief schicken sollte… man kennt ja schließlich die kanadische Post!
Um die volle Tragweite meiner nachfolgenden Äußerungen wertschätzen zu können, hier einmal ein Vergleich zur vielgeschmähten Deutschen Post:

Für eine Eilbrief nach Kanada, also derselben Entfernung wie von Kanada nach Deutschland (vorausgesetzt man läuft nicht verkehrt um den Globus rum), verlangt die Post 7,70 €:

Deutsche Post | Portokalkulator_1252876160278

Die Dame am Postschalter bei “Home Hardware” mußte den Brief erst einmal wiegen, vermessen, dann im Rechner nach Porto gucken, nochmal vermessen, beschnüffeln, fallen lassen, um mir dann freudestrahlend mitzuteilen, daß es nur 51 Dollar wären… statt 56 Dollar, aber sie hätte ein Schlupfloch gefunden, durch das ich eben besagte fünf Dollar sparen könne. Toll! ;-)

Nachdem ich meine Demokratiebedürftigkeit intern noch einmal nachgeprüft hatte, entschloß ich mich den Wahlbrief ganz normal zu verschicken – für 1,89 Dollar.

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