Altruismus

Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, daß ich manchmal altruistisch sein kann? Ich würde mich selber als einen misanthropischen Philanthropen bezeichnen… meistens gehen mir alle Leute tierisch auf den Geist, aber eigentlich sind dann doch relativ viele ganz OK.

Wie dem auch sei. Ich wollte einmal, vor ca. sechs Jahren, meinen langgehegten Vorsatz wahr werden lassen und ging zur Blutspende. Nicht daß ich davor Angst gehabt hätte, aber ich hatte es einfach immer wieder verschoben, bzw. war zu faul dahin zu gehen.
Jetzt sollte es aber soweit sein…

Ich also hin zur Blutspendestation des Dorfes, in dem ich mal gewohnt hatte.

Als erstes mußte man einen Fragebogen ausfüllen. Name, Adresse, Geburtstag, Gewicht, Alter, ob man sich vor kurzem tätowieren hat lassen, etc. pepe. Alles Dinge, deren Wichtigkeit ich einigermaßen nachvollziehen kann.

“Geburtsort?” –Abidjan, Côte d’Ivoire.

“Ach, das ist ja interessant. Da muß ich gleich mal im Buch nachgucken…” *blätterblätterblätter…*

“Sie haben doch sicherlich einmal an Malaria gelitten, da dürfen Sie kein Blut spenden!” –Nein, gar nie nicht habe ich Malaria gehabt… gelitten schon gar nicht.

“Ach, aber hier steht, daß die Côte d’Ivoire eines der gefährlichsten Länder in Sachen Malaria ist. Wir dürfen Ihnen kein Blut abnehmen, es könnte infiziert sein!”

Somit war mein Ausflug in die Gefilde der Nächstenliebe schneller beendet als erwartet.

Übrigens hatten weder ich, noch meine Eltern, noch irgendwelche Bekannte und/oder Freunde jemals Malaria.
Und weder ich, noch meine Eltern, noch Bekannte und/oder Freunde haben jemals Malariamittel zu sich genommen.

Als Vorbeugung gegen Malaria hat unser Arzt meinen Eltern damals Gin empfohlen – “jeden Abend ein Gläschen Gin, und sie werden nie Malaria bekommen!”
Ob ich damals auch Gin zur Malariaverhütung trinken mußte, ist mir nicht mehr erinnerlich… ;-)

Meine Nächstenliebe lebe ich jetzt dadurch aus, daß ich regelmäßig für Médecins Sans Frontières (“Ärzte ohne Grenzen”) Geld spende.

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